Gerade sehe ich auf 3sat einen im höchsten Maße schwachsinnigen Beitrag über Windparks im offenen Meer. Nun allerdings folgt ein Bericht über Marder und Wildschweine in Berlin, die sich dort aufgrund des guten Nahrungsangebotes besonders wohl fühlen und übermäßig vermehren. In Dänemark, wo Skrupel gar kein Argument sind und man den größten Gefallen daran gefunden hat, sich die gesamte Küstenlandschaft nachhaltig zu ruinieren, gibt es bereits Windparks im offenen Meer. Nun - passend zu den wegweisenden gestrigen Beschlüssen im deutschen Bundestag - sollen endlich auch vor der deutschen Küste solche Windparks entstehen. Auch ich muss zugeben, dass man von den deutschen Nordseeinseln aus die Tausenden von Windrädern an der entfernten Küste mit bloßem Auge kaum noch erkennen konnte, beinahe wie Streichhölzer sahen diese Generatoren freundlicher Energie aus der Weite des Meeres aus, es musste also gehandelt werden. Und nun sitzen hochbezahlte Wissenschaftler auf einer in den Ozean geschissenen Forschungsplattform, um sich über die Auswirkungen von Wind- oder gar Orkanböen auf die zukünftigen Energieheilande den Kopf zu zerbrechen. Ich muss nicht erwähnen, dass dieses Thema dem Spiegel gerade in dieser Woche eine Titelstory wert war. Jeder möge selbst nachlesen. Ich stellte mir nur das Gezeter vor, wenn der erste kleine Seeorkan diese lächerlichen Türme Babels wie Strohhalme umknicken wird. Dann werde ich nach Niedersachsen reisen und ein Fass aufmachen. Ich werde an der Küste stehen mit einer Kiste Champagner und mindestens fünf Millionen Niedersachsen werden glücklich mit mir anstoßen. Im Übrigen warte ich noch auf das Geheule, wenn irgendjemandem auffällt, dass die vielen artengeschützten Vögel, deren Lebensräume man seit Jahrzehnten mühevoll zu erhalten sucht, plötzlich verschwunden sind, oder wenn sich irgendjemand fragt, warum auf einmal Tausende verendeter Seehunde - oder besser noch: Wale (unsere geliebten, kleinen, vom Aussterben bedrohten Flipper) auf deutschen Stränden lagern.
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