Das war ein herzliches Willkommen heute morgen an der Universität Augsburg. Erst drängelt sich ein vierzig Kilogramm schwerer und zweimetersiebzig großer BWL-Schwachmat in der Cafeteriaschlange an uns vorbei, um danach Jannis aus lustiger Höhe zuzuraunen, ob er ein Problem habe, woraufhin ich ihn auf seine Frustrationshöhepunkte hinweisen musste, deren einzige Ursache seine in Bälde anstehende Zwangsexmatrikulation aus der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät sein dürfte. Vielleicht hat der gute Mann (oder "Meister", wie Jannis es ansprach) aber trotz seiner völligen Realitätsverweigerung (CG) auch einfach nur bemerkt, dass er schon immer von allem und jedem gehasst wurde - und zwar völlig zurecht, weil seine Gedanken stets so hässlich und unbrauchbar waren und sind wie er selbst. Dieser egomane Kunst-, Kultur- und Menschenfeind erwarb übrigens, damit sei diese unerfreuliche Anekdote beschieden, zwei - und man muss es leider so in aller Deutlichkeit sagen und kann dieses Detail dem geneigten Leser auch nicht ersparen - Wiener Würstchen, die mit Abstand hässlichsten und kürzesten und fleischfarbensten, ergo erbärmlichsten und ekelhaftesten Wiener Würstchen, die ich jemals schauen durfte.
Vorsicht Klammersatz (ein Brüller): Anschließend traf ich in der Teilbibliothek Geisteswissenschaften der Augsburger Universitätsbibliothek auf die übergewichtige platinblonde Moderatorin (Berufsbezeichnung: Wohnpolizei; ohne Worte) einer Heimwerkersendung (laut Sender ist es Aufgabe der Moderatorin "Zimmer von überflüssigem Krempel (zu befreien) und alles neu ein(zurichten)") auf RTL (ich weigere mich, mir deren exakten Namen einzuprägen, wie ich mich im Übrigen auch sonst ganz und gar zu weigern pflege, mich mit der Existenz von RTL und mit der Existenz eines RTL in jeder Hinsicht bis zum völligen Stumpfsinn hörigen Publikums abzufinden). Hinter einen Arbeitsplatz in der hintersten Ecke des weitläufigen Raumes gedrängt, hatte sie vor

sich einen Berg Literatur zur interdisziplinären Frauen- und Geschlechterforschung errichtet, der ihr in Umfang und Gewicht in nichts nachstand. Sicherheitshalber hatte sie auf einem Tisch, der sich etwa zehn Meter Luftlinie von der dicken Matrone entfernt befand, noch einen weiteren Alpenhauptkamm errichtet. Es sei zum tiefergehenden Verständnis angemerkt, dass die Bibliotheksmitarbeiter Bücherberge gnadenlos abräumen, wenn sie die charakteristische Höhe sanfter Hügel des Voralpenlandes überschreiten. Um diesen zweiten Bücherberg zu erreichen nun musste die Grazie sich an Jannis und mir vorbeischieben, was ihr nicht zu gelingen schien - sich wahrscheinlich auf ihr unbekannte Weise von gewaltiger Gravitation wider jeden Willen zu uns hingezogen fühlend. Diese Gelegenheit nutzte sie zu einigen kecken Bemerkungen, ich taufte sie Styletonne, so wie ich auch die RTL-Moderatorin nenne, Styletonne blubberte weiter, ob wir unsere (im Flüsterton geführte) Unterhaltung nicht gefälligst (Lieblingswort) draußen weiter führen könnten und polterte dann, ob man Styletonne gefälligst mal vorbeilassen könnte. Man ließ Styletonne gewähren, wodurch sie die Möglichkeit erhielt, sich einige Bücher über Frühkindliche Aggressionen in Gruppen und Aggressionen in Gesprächsumfeldern von ihrem zweiten Berg zu nehmen. Da wir befürchteten, von der Mamba als kleine Zwischenmahlzeit nebst der pädagogischen Grundlagenliteratur verspeist zu werden, suchten wir eilig das Weite.
Zwischendurch habe ich mich noch mit einem sympathischen Geschichtsdozenten angefreundet, der mit mir über Seminarteilnehmerzahlen philosophierte und mir zu fast allen meinen von gänzlicher Ignoranz gezeichneten Fragen bereitwillig und geduldig Auskünfte erteilte und mich zudem mit einer Assistentin des Lehrstuhls bekannt machte, die einen Deal, wie sie es nannte, mit mir verabredete und dabei derart unsterblich schön lächelte, dass sie sofort für alle Ewigkeit mein Herz gewann.
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