Das Wunderbare ist doch, und das scheinen die international zusammen gewürfelten und stets unabhängigen und gänzlich überparteilichen Kampfrichter der umjubelten Weltdopingfestspiele nun auch endlich bemerkt zu haben, dass man Deutschland die auf sportlichem Wege erlangten Medaillen nichtumständlich und nervenaufreibend im Nachhinein aberkennen muss, wenn man sie Deutschland einfach von vornherein gar nicht erst zuerkennt. Das sorgt zwar im ersten Augenblick für einige Irritierung, dann aber sind doch alle ruhig und zufrieden, denn Deutschland und seine unerfreulichen Repräsentanten, und wenn es nur die blöden, naiven Sportler sind, die sich noch immer unverzagt und nimmermüde mit ihren internationalen Konkurrenten in fairen Wettkämpfen messen wollen, ganz offen, vorbehaltlos und unverblümt zu verabscheuen, ist hoffähig und wird allseits wohlwollend akzeptiert. Eine prima Lösung für alle ist das, so meine ich, die nur uneingeschränkt zu begrüßen ist, da sie uns viel Aufregung und Ärger erspart. Es ist aber auch wirklich langsam einmal an der Zeit, dass man es diesem ewigen Querulanten, diesem unharmonischen Ungetüm, dieser ignoranten Supermacht mit ihrer unverschämten Position mitten im sonst so idyllischen Europa einmal so richtig zeigt, denn sie hat es schließlich grundsätzlich verdient, kann es immer gut gebrauchen, ist es doch auch nicht anders gewohnt, als dass unentwegt und von allen Seiten auf sie eingeprügelt wird. Sport ist so eine wunderbare friedliche Sache, die den Menschen hilft, den tristen Alltag zu vergessen, hier gelten andere Gesetze, und gerade bei Olympischen Spielen zählen bekanntlich übergeordnete ehrenhafte Dinge wie der olympische Gedanke, der olympische Geist. Mitmachen, das weiß jeder, ist hier schon die halbe Miete, und gerade wir Deutschen sollten uns glücklich fühlen und endlich mit der gebotenen Zufriedenheit die edle Geste anerkennen, dass der Rest der Welt nach all den Jahren angestrengt und längst entnervt noch immer so tut, als würde man uns, den alten Stinker, der nicht tot zu bekommen ist und den keiner so recht leiden kann, im Konzert mitspielen lassen. Das Allerbeste kommt aber noch. Da wir selber uns ja auch nicht leiden können, nie leiden konnten, unser größtes Hobby es ist, den Kopf einzuziehen und das Rückgrat unter der Knute zu krümmen, finden wir Gefallen an dieser Situation, stellen uns in die allererste Reihe, denn wenn es darum geht, auf dieses grässliche verabscheuungswürdige Land einzuschlagen, wollen wir nicht hintanstehen, da wollen wir endlich einmal mitmachen, vorne dabei sein und uns von den anderen auf die Schulter klopfen lassen, denn auch wir wollen gerne anerkannt werden, auch wir mögen es, wenn uns einmal jemand in den Arm nimmt. Es tauchen Fragen auf? Es herrscht allgemeine Verwirrung? Die politische Korrektheit schreit laut und mürrisch aus ihrer Ecke, in die man sie wegen Ungehorsams und ständiger Störung des Unterrichts gestellt hat? Ganz richtig, ich kann Holland und den verlogenen bigotten Rest nicht so richtig gut leiden und im Übrigen war dieses grelle orange noch nie meine Lieblingsfarbe.
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