Am Sonntag oder so ist Siebenschläfer. Das heißt, dass wenn dieses Wetter, wie es sich mir jeden Morgen aufs Erbaulichste präsentiert, wenn ich von meinem Balkon in die Welt schaue, noch einige Tage bestand haben sollte, bliebe es uns doch glatt erhalten. Bestimmt beginnt es dann bis an mein Lebensende immer genau dann zu regnen, wenn ich aus dem Haus trete oder mich auf längeren Autobahnfahrten ans Steuer begebe. Die hartnäckige Arbeit eines Bibers hätte gestern auf der B16 beinahe zu einer Katastrophe geführt. Er hatte einen 50 cm dicken Baum so zurechtgenagt, dass er auf die Bundesstraße stürzte. In Augsburg (nicht Kulturhauptstadt 2010) sorgt eine Serie von Kioskeinbrüchen für Aufruhr. Ich werde jetzt in meine Vorlesung für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte der Frühen Neuzeit gehen. Manchmal bilde ich mir ein, dass es dort nach Pisse riecht. Jedenfalls machen mich die vielen weißen Haare dort sehr nervös. Es ist unschön, wenn man auf dem edlen Weg der Bildung schon in seiner frühesten Jugend nur die Vergänglichkeit alles Irdischen vor Augen hat. Bald bin ich ein Vierteljahrhundert alt. Sollte Deutschland heute ausscheiden, ginge es dem Ende zu.
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