
Richtig: Schon wieder Fußball. Was macht Holland eigentlich im Halbfinale? Ein Freund kolportierte mir aus dem französischen Lyon eine jetzt schon beinahe legendäre Geschichte, nach der sich nach dem Ende des letzten deutschen Vorrundenspiel dort die englischen und holländischen Gaststudenten oder Biertouristen (das französische Gebräu ist schließlich bis weit über die heimatlichen Grenzen - ungefähr bis Birmingham oder Rotterdam - bekannt und geschätzt) begeistert und johlend in den Armen lagen

, um textsicher die erste Strophe der deutschen Nationalhymne zu trällern. Nachdem besagter Freund einen Spießrutenlauf durch unsere bierseligen Deutschlandfreunde hinter sich gebracht hatte, entschieden sich diese vorbildlichen Europäer für einen kleinen Autokorso. Die französischen Polizisten, zu diesem Zeitpunkt war Frankreich noch im Turnier, waren bedauerlicherweise anderer Meinung und hatten glücklicherweise ihre Multifunktionseinsatzgeräte in weiser Voraussicht nicht neben Rotwein und Baguette auf der Wache liegen lassen. Zur Belohnung wurden sie von den nun nicht mehr ganz so gut gelaunten Feiernden als Nazis beschimpft.
Nun aber ist der Moment der Auferstehung und der Gloria gekommen, da unserem blühenden Lande endlich wieder Großes bevor steht. In Tagen größter
frustgenährter Konsumverweigerung wird es Zeit für neue, echte Konsumanreize. Nein, dieses Land ist in seinem jetzigen Zustand tatsächlich nur noch von genau einer Person weiterzubringen und zu retten. Unser aller Nasen haben schließlich eine zweite Chance verdient. In Zeiten allgemeiner Depression - und da ich tagelang für mein Referat im morgigen Hauptseminar durcharbeite und aus Verzweiflung schon Samstag nachts nach Neuburg an der Donau fahre - braucht es einen solchen messianischen Motivationszauberkünstler. Also Daumen hoch!
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