
Wofür reist man voll bleierner Müdigkeit nach nur wenigen Stunden Schlaf Tausende mühselige Kilometer über die Autobahnen, Schienen, Wege dieser schwächelnden Republik, kämpft sich einem Spießrutenlauf gleich durch Massen abgeneigter, nein hasserfüllter, perspektivloser Unterschichtler, denen der faulige Speichel aus dem übelriechenden Munde tropft, wozu steht man sich heiser vom nutzlosen Gebrüll und mit aufgerissenen Handflächen fern von heimischem Hof und Herd auf zugigen Betontribünen die schweren Beine in den schlotternden Wanst, dem das schale alkoholreduzierte Bier und die triefenden Würste mit aspartamgeschwängertem Ketchup nicht bekommen wollen? Vielleicht für einen solchen Nachmittag in Nürnberg, es war - und das sei ohne jeden Pathos ausdrücklich erwähnt und betont - (erst) der dritte gemeinsam erlebte Auswärtssieg in fünf Jahren (während gemeinsamem Abendessen abgezählt, neben ungezählten Niederlagen voller Tristesse versteht sich), nach Dortmund und Hannover. Manchmal muss man weit gehen, um etwas zu finden, und manchmal findet man etwas, und merkt erst dann, wie weit der Weg gewesen ist. Aber jetzt muss ich aufpassen, dass die Krümel des Glückskekses nicht in die Tastatur bröseln, eine gute Gelegenheit, um doch noch mein Konrad-Referat zu retten-
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