Gestern habe ich eine schwäbische Pizzeria irgendwo zwischen Weil im Schönbuch und Waldenbuch besucht, wo (laut Karte) dem werten Gast 1,30 EUR Aufschlag abverlangt werden, sollte dieser es wagen, die auf der Karte vermerkten Beläge seiner Pizza eigenmächtig ändern zu wollen. Ferner hat es während der gesamten Autofahrt fürchterlich geschneit, und es ist überdies nicht möglich die Gnocchi und die Gnocchisoße getrennt zu servieren ("Das machen wir gar nicht. Das können wir auch gar nicht."). Ansonsten war alles recht freundlich, am Nebentisch kreischte die komplette weibliche Belegschaft des Ritter Sport-Betriebsrates unverholen um die Wette, und ließ es sich im Übrigen auch nicht nehmen, noch einen äußerst verstohlenen Blick aus dem Fenster hinaus auf meinen auf dem Hotelparkplatz neben einer Essener S-Klasse (mondän, mondän) wartenden und recht salzgrauen Wagen zu werfen, als ich das Etablissement, das sich im Übrigen in einem sehr pittoresken alten Posthaus befindet, schließlich gut gesättigt und mit den in Aluminiumfolie verpackten Resten meiner schmackhaften Pizza verlassen hatte. Ansonsten ist das Leben alles in allem entschieden zu kostspielig, daran ändert auch der zu erzielende überraschend niedrige Durchschnittsverbrauch wenig, der offensichtlich aus dem Fahren von einer konsequenten Durchschnittsgeschwindigkeit von 72 auf einer leicht matschigen, bundesdeutschen Autobahn bei allenfalls als durchschnittlich zu bezeichnenden Sichtverhältnissen resultiert. Ich liebe zudem die Blicke der Dorfjugend. Es sind kleine, neidische Blicke fernab jeder Bescheidenheit. Es sind dämliche, durchdrigende Blicke, und man kann sie deshalb sogar spüren. Folglich sind es auch ganz und gar dumme, unverfrorene Blicke, denn die Zeiten der Vergebung sind meines Wissens seit Längerem vorbei.
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