Draußen ist es mild und kühl zugleich, der Himmel wirkt wie verschwommen, und das langweilige, ewigmonotone Zwitschern einiger Vögel klingt wie ein billig haschender Effekt in einem durchschnittlichen Episodenfilm, um die amateurhaft zusammengestellte Kulisse für die verdutzten Zuschauer nur ein wenig glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Wenn ich vorankäme mit meiner Gedankenarbeit, setzte ich mich wahrscheinlich nicht ernsthaft mit Thomas Bernhard auseinander. Diese biedere, wie einleuchtende Erkenntnis muss mir nun über mein eigenes Versagen am eigentlich so hochgeschätzten "topic" (wie U. Eco es zurecht nannte) hinweghelfen. Morgen gehe ich zum zweiten Mal konsterniert, gedanklich ungeordnet und voller innerer Wirrungen ins Gespräch mit meinem Literaturwissenschaftsprofessor. Natürlich hätte ich das alles vorher wissen müssen. So handelt es sich doch bereits zum zweiten Mal während der Dauer (!) meines Studiums um ein Abtauchen in die finstersten Abgründe des menschlichen Seins und einer durch und durch existenzfeindlichen Natur. Wie heißt es nicht nur bei Pascal, sondern auch vor Bernhards Jugenderinnerung Der Atem: Da die Menschen unfähig waren, Tod, Elend, Unwissenheit zu überwinden, sind sie, um glücklich zu sein, übereingekommen, nicht daran zu denken.
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