Neulich noch ließ ich mich mit einem Bekannten über die sonderbarsten Todesarten von bedauernswerten Individuen aus unserem erweiterten Bekanntenkreis aus und über die noch viel eingängigere Tatsache, dass wir diese schrecklichen Schicksale niemals teilen könnten, da ja niemand von uns in seiner Freizeit mit dem Fallschirm aus abnormen Höhen gen Boden segelte, geschweige denn des Nachts in zugefrorenen mecklenburgischen Seen unter der Eisfläche paddelte oder gar die absonderlichsten und durchaus einem gesunden Weiterleben abträglichen Sexualpraktiken vollzöge. Nun aber wurde mir anhand eines
schockierenden Artikels im Magazin Der Spiegel klar, wie gefährdet auch mein kurzes, kleines Leben ist, wie schnell all die Herrlichkeit des Daseins ein jähes Ende finden kann und wie schnell sich meine wissenschaftliche Begeisterung zu einer akuten Bedrohung für Leib und Leben wandeln könnte. Ein winziger Trost bleibt lediglich: Schließlich studiere ich nicht Mathematik, vielleicht wird es deswegend der Allmächtige besser mit mir meinen. Darüber drängt sich aber eine noch folgenschwerere Frage auf: Was wäre mit dem armen Professor geschehen, wenn er Physik unterrichtete?
Kommentare