
In meinem Innenhof duftet es nach frischem Heu, zumindest glaubte ich zuerst, dass es sich um den Duft frisch gemähten Heus handelte, als ich schlaftrunken mein Wohnzimmer betrat, in dem die Fenster zum großen Innenhof meines Häuserblocks noch aus der letzten Nacht weit geöffnet waren.
Inzwischen habe ich mich nach einigen Reinigungen meiner heuschnupfengeplagten Nase davon überzeugen können, dass es nicht Heu, sondern Benzin ist, nach dem es in meinem Zimmer nun so wohlig duftet. Ich bin mir sicher, dass diese stählernen, dunkelgrauen Benzin-Rasenmäher, die nur beim Gartenbauamt oder offensichtlich bei halbstaatlichen Wohnungsbaugesellschaften Verwendung finden, ein Relikt aus Deutschlands dunkleren Tagen sind. Ihr Betriebsgeräusch und die bläulichen Schwaden, die diesen monströsen und unförmigen Geräten unentwegt entweichen, lassen keine andere Vermutung zu. Von sowas sollte man sich den wolkigen, milden Maitag aber nicht verderben lassen, ich werde also erstmal einen Abstecher zu meinen Lieblingskrankenschwestern im Vivantes-Krankenhaus Spandau machen, um im Anschluss die TU-Fachbibliothek Germanistik und einen Buchladen zu besuchen, während gerade in dieser Sekunde das Knattern des faschistoiden Mähers wieder einsetzt.
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