
Wie 68 fühlte man sich gestern zwar nicht, aber dennoch gut aufgehoben auf der Straße vor der Technischen Universität, wo der
Protestzug der TU-Studierenden gegen die Sparmaßnahmen des Berliner Linkssenats seinen Anfang nahm. Beinahe ein Drittel der Professoren-Stellen unbesetzt, in den letzten Jahren bereits über 1000 Stellen weggespart,
die Ausstattungssituation eine Katastrophe und dann ist von weiteren Sparmaßnahmen in Höhe von 185 Mio. EUR die Rede, die auf die Berliner Unis zu rollen sollen und die Technische Universität aufgrund ihres legendären Ausstattungsvorsprungs, eine zynische Erfindung eines Bürokraten zweifelsohne, die an Anmaßung und Peinlichkeit nicht mehr zu übertreffen ist, besonders hart treffen sollen. Dazu gibt es umstrittene neue Studienmodelle und recht bald auch einen dicken Batzen unsozialer Studiengebühren, der niemals den Universitäten zu Gute kommen wird, sondern wieder nur einige der unzähligen Löcher im endlos maroden Haushalt des Landes Berlin stopfen wird.

An der Demonstration über Ernst-Reuter-Platz und Hardenbergstraße zum Zoo beteiligten sich gestern schon 2000 TU-Studierende, meines Erachtens aber noch viel zu wenige, denn betroffen sind und werden wir alle, nicht zuletzt auch die Schüler, die in Zukunft um einen Studienplatz kämpfen werden und unter immer miserableren Bedingungen zu leiden haben werden. Wir dürfen uns mit dem momentanen Zustand an den Universitäten nicht abfinden, hier geht es nicht nur um unsere individuelle Entwicklung und unsere zukünftigen Chancen, sondern um die Zukunft des Wissenschaftsstandorts Berlin und seiner Wirtschaft.
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