
Heute Nacht träumte ich, ich wohnte in einem sehr teuren Hotel, es muss das Hilton in irgendeiner fremden, nicht näher spezifizierbaren Stadt gewesen sein. So musste ich an eine kürzlich fertiggestellte Erzählung von mir, sie heißt Silbernes Stadtstück, denken, und daran, dass sich die erste kritische Rezensentin bei mir beschwerte ob der Überfrachtung des Machwerks und der Tatsache, dass sie, die Rezensentin, die Erzählung nun schon viermal gelesen und noch immer nicht alles verstanden habe.
Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Es darf auch nicht immer alles einfach sein im Leben. Vielleicht träumte ich deshalb einen so skurrilen Traum, dessen Skurrilität sich vor allem in der Begebenheit auszudrücken schien, dass ich über einen längeren Zeitraum - ohne mich daran zu stören - im Hotel wohnen musste. Heute Mittag saß ich auf der Terrasse und las in der Renner-Handschrift des Johannes Vorster, während der Wind immer wieder meinen Kopf kühlen wollte und die Wolkenberge über mich hinwegzogen. Zwischendurch dachte ich immer daran, wie ich meine Geschichts-Zwischenprüfung angehen solle. Gut, dass ich das aus dem letzten Semester wohlbekannte und recht komplizierte Prozedere schon wieder verdrängt habe. Dann dachte ich, wie es wohl wäre, woanders zu studieren und dort zu leben und vielleicht sogar dort zu arbeiten. Und dann fiel mir ein, dass mein Wagen morgen in die Werkstatt muss, und ich für morgen und für übermorgen Abend über Theaterkarten für das Berliner Ensemble verfüge. Vielleicht ergeben sich dort ja ganz neue Einsichten.
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