
Es war ein guter Tag in der Zehlendorfer John-F.-Kennedy-Halle. Die BGZ-Damen siegen mit einem Punkt und spielen weiter um den Aufstieg. Und die Herren können mit dem Auswärtssieg in Bergedorf im Gepäck ebenfalls gewinnen - eine kleine Serie fast schon, immerhin der dritte Sieg in den letzten vier Heimspielen.
Auch wenn der Gegner aus
Oldenburg gestern vor allem in der zweiten Halbzeit, nachdem die Norddeutschen zur Halbzeit noch knapp in Führung gelegen hatten, nicht mehr viel entgegen zu setzen hatte und im letzten Viertel regelrecht überrannt wurde. Vor dem letzten Spiel beim Zwangsabsteiger Göttingen kann die
BGZ also weiter vom Klassenerhalt träumen. Vor allem der Ex-Kaiserslauterer Michael und Björn Rauber waren offensiv überragend und zermürbten den Gegner mit sehenswerten Dreipunkte-Würfen regelrecht.
Zum informellen Teil: Zermürbend muss der Abend auch für den Oldenburger Anhang gewesen sein. Die Halle war, ein seltener Anblick, randvoll und auch ziemlich laut, fast schon emotional, wenn auch die Schiedsrichter über weite Strecken des Spiels ihr übriges für die gute Stimmung im Zuschauerblock taten. Ich habe in Oldenburg einmal ein sehr schönes Wochenende verbracht, um dort im bislang einzigen Zweitligajahr des Vereins den
1. FC Kaiserslautern beim VfB Oldenburg zu bewundern. Lautern siegte damals in einem ganz schwachen Spiel schiedlich-friedlich 1:0, blieb Tabellenführer und schickte die traurigen Oldenburger, die nicht etwa mit mir, dem Gegner oder dem Schiedsrichter, sondern lediglich mit dem sie stets so arg beutelnden Schicksal haderten, auf die Abstiegsränge, von denen sie sich dann auch bis zum Ende der Saison nicht mehr verabschiedeten. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch einige Zeit in einer gemütlichen Teestube am Ende der Fußgängerzone verweilt, die wirklich einen der besten Earl Greys in Norddeutschland und dazu frisches Buttergebäck servierte. Erst später erfuhr ich, dass in gerade jener Teestube zur damaligen Zeit eine Freundin gearbeitet hat, die ich erst später in Berlin kennenlernte. Man kannte sich also schon vorher und kannte sich auch wieder nicht. Ansonsten - da bin ich mir sicher - wird es den Oldenburgern und ihrem einen tapferen Unterstützer, der mich auf unseren bevorstehenden Absturz in die Oberliga (sic!) hinwies, nicht schwer fallen, in ihre Heimat zurückzukehren, denn Oldenburg ist wirklich eine schöne Stadt, sehr ruhig und beschaulich, aber mit viel alter Bausubstanz und ausgedehnten Villenvierteln, die an Lichterfelde-West erinnern. Die Villen sind natürlich der wachsenden Bedeutung der Stadt angemessen dort alle ein oder zwei Etagen niedriger, dafür ist im Grog, der einsame Oldenburger Unterstützer mit der Kühlbox wird das auf Nachfrage (bitte laut sprechen!) gerne bestätigen, gerne auch mal ein ordentlicher Schuss mehr vom guten Übersee-Rum, das macht hart für den strengen Winter.
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