
Falls schon irgendjemand bemerkt haben sollte, dass es auf dieser Seite wieder Inhalte zu bestaunen gibt, darf er nun teilhaben an den weltschmerzenden Normalitäten meines Lebens. Gestern gelang es Hardy nach einigen Wochen harten Kampfes und unermüdlicher Suche endlich, die für die Zwischenprüfung geforderte Quellensammlung aus der Universitätsbibliothek auszuleihen.
Derweilen sollte ich mir, in Wollsocken vor der Tastatur sitzend, zu den wunderbar harmonischen Tönen von Eskobar überlegen, wie ich an das übrige Material gelangen werde, das mir eine zufriedenstellende Vorbereitung auf die Prüfung ermöglichen sollte. Leider verfügt die Technische Universität Berlin in ihren Bibliotheken nicht über das von ihren Professoren auf einschlägigen Prüfungsaushängen angepriesene Lehr- und Lernmaterial. Gestern Nacht fuhr ich gegen fünf uhr fünfzehn von Neukölln nach Zehlendorf, wo ich mein Mobiltelefon vergessen hatte, und bemerkte, dass nur noch der Hoppegarten Unter den Eichen geöffnet hatte. Leider ist mir nicht klar, was ich mit dieser Feststellung anfangen könnte. Ich möchte übrigens nicht jeden Tag lesen müssen, dass eine verzweifelte Mutter ihr Kind ermordet hat. Empfehle zur vertiefenden Lektüre Teile der umfangreichen Medea-Literatur in der Weltgeschichte. Ursprünglich hatte ich geplant, Basti in der Uckermark besuchen zu fahren, weil es dort einsam, kühl und waldig ist, aber nun wird dieser Plan sich kaum noch erfüllen lassen. Von Kid Rock bekomme ich soeben Zustimmung, ich kann auf das letzte kleinwenig Motivation und besonders Inspiration problemlos verzichten, da ich ohnehin lernen und nicht denken soll, da ich ohnehin die Kapazitäten meines Gehirns zum Speichern und Archivieren vernutzen muss, um die letzten kreativen Ideen dieses Spätsommers zu verdrängen. Gestern allerdings kam mir ungeachtet dessen der Gedanke, dass ein solcher Aufenthalt in der Uckermark eine der lebensgefährlichsten Unternehmungen sein kann, den man sich an einem wolkigen Nachmittag imaginieren mag. Die von einem solchen Besuch ausgehende Lebensgefahr ist in keinem Fall zu unterschätzen. Ich stellte mir vor, man bemerke einmal ausgerechnet im richtigen Augenblick die erdrückende Schönheit der Natur und die vollkommene Freiheit der Gedankenlosigkeit, die ganze Fülle vergangener Möglichkeiten der Unmöglichkeit des Glücks würde schlagartig dem arglosen und gedankenverlorenen Beobachter offenbar. Die tatsächlichen und grundlegenden Konstituenten des persönlichen Alltags analysierend könnte jener unerwartet schnell mit wesentlichen Bestandteilen der eigenen ewig getäuschten Fehlexistenz weitreichend abschließen und sich mit noch nicht näher spezifizierten Folgen konsequent von dieser allergrößten Lebens- und Existenzverweigerung abwenden.
Weiterführende Literatur:
c große - moment in der uckermark
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