Übrigens ist meine Lieblingsszene in der US-amerikanischen Filmproduktion Projekt: Peacemaker (gewohnt souveräner deutscher Titel) - das ist mir gestern wieder aufgefallen - jene, in der Nicole Kidman bei einem wirklich dringenden Polizeieinsatz in New York City, bei dem es aber auch tatsächlich um jede Sekunde geht,
sie haben es also so richtig eilig, ihren CIA-Kollegen, ein toller Hecht, keine Frage, der sich gerade anschickt, sich ans Steuer des behördeneigenen Chevi Taho zu setzen, ganz unverhofft und plötzlich der Hektik der Situation unangemessen ruhig fragt, woher er, also der wahnsinnig gediegene Kollege, komme. Seine Antwort ist Philadelphia. Sie drängt sich an ihm vorbei ans Steuer. Sie wird den Wagen fahren.

Nun ist Berlin nicht New York, aber auch hier, so wünschte ich mir, hätte jemand anderes den formidablen Dienstwagen der Firma Dr. Upmeier Verwaltungsgesellschaften mbH (man kümmert sich um eine der großen Zukunftsbranchen der Republik: den Wohnungsbau), geleast von BMW fahren sollen, und nicht der nette Diplom-Ingenieur aus Sachsen, der unverhofft an der grünen Ampel vor mir, nachdem er bereits angefahren war, so abrupt bremste, dass ich ihn ganz leicht mit meinem vorderen Nummernschild berührte. Nie wieder werde ich Angst vor Fahrerflucht haben. Ich wartete mit ihm, ich weiß es noch wie heute, eine geschlagene Stunde auf die Polizei, er insistierte - Leasing, Dienstwagen usw., dabei wollte ich doch eigentlich zu einem Termin mit meiner damaligen Personalchefin, um die Modalitäten meiner Kündigung zu besprechen. Während wir warteten, winkten dem freundlichen Schumi aus dem Vogtland gleich zwei Taxifahrer zu - auf meine erstaunte Nachfrage erklärte er, er habe an gleicher Stelle schon häufiger Unfälle gehabt, die Fahrer vom in Sichtweite befindlichen Stand würden ihn daher schon kennen. Kollege Dipl. Ing. mit seinem schicken Oberlippenbart wurde von den drei Polizisten, nichts als die Wahrheit, ausgelacht - denn an unser beider Autos war nichts, aber auch gar nichts, nicht die kleinste Schramme, nicht einmal der allerkleinste Kratzer an den lackierten Stoßstangen, zu sehen. Die Polizei nahm den Vorgang, wenn man sich schon die Mühe macht anzureisen, dennoch auf - allerdings nicht als Unfall, denn so versicherte man mir, es sei ja keiner gewesen, so ohne Schaden. Inzwischen hat mich meine Versicherung - die natürlich ohne Gnade und ohne großartig rückzufragen in grenzenloser Vertrauensseligkeit, von Stümperei oder Desinteresse zu sprechen wäre sicher bösartig, überwiesen hat - hochgestuft, so dass ich mich noch viele Jahre an meinem schrecklichen und allgemeingefährlichen Vandalentum erfreuen werde, weit über 1000 Euro Schaden an der Einparkhilfe (warum eigentlich überhaupt noch Stoßstangen!?) sollen entstanden sein, für die Ewigkeit, die der eine Woche zuvor ausgelieferte BMW (die gute 3er Reihe) des Herren in der BMW-Werkstatt oder beim entsprechenden Gutachter seines Vertrauens verbrachte, sind mehr als 500 Euro Mietwagenkosten entstanden. Ich hoffe, Dr. Upmeier und ihr edler Mitarbeiter haben einen guten Schnitt gemacht, die Taktik jedenfalls ist besonders in der Großstadt genial aufgegangen und sollte in Serie gehen, und der Autovermieter, nehme an, er führt nur italienische Luxuskarossen, die er auch nur für spontane und ausgedehnte Geschäftsreisen ins Ausland verleiht, mit dem bei den Kilometern halbe halbe gemacht wurde, wird sich auch nicht beschweren können.
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