
So ein ganz hohles Gefühl tief drinnen machte sich breit in mir nach dieser Prüfung. Wahrscheinlich musste das so sein, schon, weil ich mein ganzes mühevoll binnen der letzten Wochen eingeprägtes Wissen in kaum mehr als zwei Stunden eruptiv auf das Papier gebracht hatte.
Dann saßen wir noch zusammen. Zu viert im Café unter der imposanten AStA-Villa. B. will noch die Prüfungen bestehen und sich danach dem Theater widmen, nicht mehr studieren. Mit N. sprachen wir über seinen Videodreh mit den No Angels. Später kaufte ich mir eine Bravo und eine Yam. Das letzte Mal tat ich dies - nie ein großer Freund dieser Jugendpublikationen, noch weniger der altbackenen 68er-Redakteure die schon zu lange nicht von diesen Magazinen loskommen und schon gar nicht in irgendeiner Weise im Jetzt und Heute ankommen - irgendwann während meiner PR-Arbeit für I-D Media, weil darin wahrscheinlich unser digitaler Popstar E-Cyas oder unserer Personalisierungsplattform Cycosmos gepriesen wurde. N. dichtet die Bravo einen heißen Flirt mit der 23-jährigen Vanessa an, davon stimmt wahrscheinlich wenig oder nichts, aber N. will dennoch nur noch ein Semester nach Köln gehen. Und D. sah ganz traurig aus und hörte sich auch ganz traurig an, als sie zu mir sagte, nun verließen sie schon wieder alle netten Leute um sie herum, an die sie sich gerade ein wenig gewöhnt hätte. Nachts auf der Prenzlauer Promenade sehr schnell und das Fahrgeräusch fast zu laut - aber man nahm es gar nicht wahr, ein ganz sonderbarer orange-roter Mond stand in einer großen Sichel knapp über den Bäumen und spendete beinahe surreales Licht und einen Rest Zuneigung, hatte ich keine Lust, diese Stadt zu verlassen. Muss ich dennoch wieder?
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