Samstag, 10. Juni 2006
...sich wieder schriftlich zu äußern, schließlich ist ja nun die Fußball-Weltmeisterschaft zu Hause, bei uns in Deutschland. Eine dolle Sache. Alle uns seit sechs Jahren versprochenen Mega-Bauprojekte sind pünktlich zum FIFA World Cup (c) fertiggestellt worden, die Ladenschlusszeiten gehen nun - obgleich nur übergangsweise - endlich in die längst überfällige zweistündige Nachspielzeit und im Supermarkt grinsen den arglosen Verbraucher schon seit Wochen aus allen Ecken fiese WM-Specials an: 12 Mars- und Snickers-Riegel im WM-Pack, dralle Miniwürstchen im schwarz-weißen Ballraster, Kochschinken mit dem Konterfei von Gerald Asamoah und Stileis in Deutschlands Farben. Dazu zu allem Überfluss schon in 9 Tagen die neue presstige, auch sie mit unverschämt viel grüner Wiese auf dem Titel.
Nun aber in medias res: Deutschland konnte es gestern vermeiden, sich bis auf die Knochen zu blamieren - wie es beispielsweise dem Ex-Weltmeister Frankreich beim Eröffnungsspiel vor vier Jahren oder den unglücklichen polnischen Kickern drei Stunden nach dem Deutschland-Spiel glückte. Das ist auch schon das einzig Positive. Aber da Deutschland eine Turnier-Mannschaft ist, sich steigern wird, jetzt erstmal fünf Tage lang Gruppenerster ist und Klose (unser erster "Anheuser-Busch Bud Man of the Match - die begehrte Auszeichnung für Einzelspieler") das Tor trifft, brauchen wir uns alle keine Gedanken zu machen. Das Turnier wird was. Versprochen. Vor England habe ich seit einer guten halben Stunde keine Angst mehr. Eine Abwehr etwa auf dem Niveau der unsrigen, also zum Fürchten. Dazu im Sturm ein schlacksiger Carsten Jancker-Verschnitt mit (verglichen mit unserem WM-Star von 2002) Hippie-Frisur. 2 Meter Leidenschaft von beneidenswerter Ästhetik und Ballgewandtheit. Daneben Michael Owen, dessen Name mir aus früheren besseren (?) Tagen in Spanien noch erinnerlich war, mit geschätzten anderthalb Ballkontakten über 45 Minuten. Ansonsten wird kernig alles auf die Tribüne geballert, was nicht niet- und nagelfest ist. An Ansehnlichkeit dem deutschen Ballgeschiebe, das den verblüfften Zuschauer in die Zeiten fast vergessen geglaubter schwarz-weißer WM-Spiele der 1950er Jahre zurückversetzte, in nichts nachstehend. Die englischen Fans in etwa so zahlreich und enthusiastisch wie das VIP-Publikum von gestern aus dem Münchner Olympiastadion. Dazu noch David Beckham - der Retter und Ballkünstler aus Spanien. Aber unserer kommt ja noch. Gestern lachte der Messias aus Görlitz mit Deutschlands Nummer zwei, Oliver - genannt Olli - Kahn von der gemütlichen Bank aus um die Wette. Wahrscheinlich weil wir in Bayern zum ersten Mal seit geschätzten 78 Monaten über 15 Grad Außentemperatur erreichten. Und ich hatte schon Angst um unser Erscheinungsbild vor der interessierten Weltöffentlichkeit: Dauerregen, Kälte und grau in graue, menschenleere Innenstädte - was für ein gänzlich falsches Bild unseres fröhlichen und feierfreudigen Heimatlandes wäre vor Millionen beinahe fahrlässig aufgeschlossener Touristen, die mutig alle Reisewarnungen deutscher Ex-Regierungssprecher in den Wind geschlagen haben, gezeichnet worden? Aber jetzt kann es endlich richtig losgehen: A Time to make friends.
Sonntag, 20. November 2005
Liebe versammelte Festgemeinde,
dies ist eine Belohnung. Sozusagen für all jene, die seit einem halben Jahr regelmäßig diese, meine kleine erbärmliche Seite besucht haben und der Verzweiflung und eigenen Steinigung nah auf eine jämmerliche, schnöde Aktualisierung derselben warteten. Ich weiß, dass es euch dort draußen gibt. Wahre, unverbesserliche Anhänger meiner kleinen, schnoddrigen Beiträge, meiner selbstsüchtigen Ergüsse. Mein neuester Fan ist die Rechteverwertungsgesellschaft eines (leider verstorbenen) deutschen Künstlers. Dem Erbe und dem generellen Anspruch der Kunst verpflichtet versendet diese Organisation schön formulierte Briefchen, in denen sie Autoren privater, unbedeutender Internetangebote die Nutzungsrechte an Bildern des angesprochenen, aber nicht namentlich erwähnten Künstlers gegen ein unwesentliches, gänzlich zu vernachlässigendes Entgelt anbietet. Die eigentliche Gretchenfrage, ob nebenher auch noch eine winzige, alsbald zu leistende Strafzahlung fällig wird, überlässt der stille Genießer selbstverständlich dem Schicksal. Ich wollte diese an und für sich unbedeutende Episode nicht unerwähnt lassen, zeigt sie doch, mit welchem artistischen Sachverstand gerade die Mitarbeiter einer Rechteverwertungsgesellschaft, die den Nachlass eines nicht unwesentlichen Künstlers auf ihre ganz eigene und unverwechselbar originelle Art in Ehren zu halten pflegt, quasi ununterbrochen die Tiefen des Internets nach jenen niveauvollen Glanzpunkten absucht, um den Autoren jener Fanale in der Folge alles nur Erdenkliche an sinnstiftender Unterstützung zukommen zu lassen. Und so lebe sie hoch - unserer aller alma mater, die letzte begehrenswerte Verführerin in einer der abgeschmacktesten Vorführungen auf einer toll gewordenen Weltbühne - ist doch nur diese letzte Muse des Lichts imstande, uns für einen einzigen Augenblick kontemplativer Stille aus der jähen Trübheit des unvermeidlichen Herbstes, aus den tiefsten Düsternissen unserer Bedeutungslosigkeit zu reißen und gleichsam aus der deterministischen Schicksalhaftigkeit unserer depotenzierten Existenz zu heben! Aber was - werte Mitbürgerinnen und Mitbürger - gibt es in diesen Tagen des internationalen Taumelns und Wankens zu berichten? Ich habe im Frühherbst, wenn man das so sagen kann, zwar meinen Geburtstag nicht gefeiert, dafür aber eine durchaus inspirierenden Periode beim Bayerischen Fernsehen verbracht. Erst war IFA und dann war Wahl und dann war ich in Berlin und dann nochmal und dann wieder in München. Meinetwegen kann die neue Bundesregierung diese affige Entfernungspauschale demnächst pulverisieren. Ich bin (ich will euer Mitleid nicht!) in meiner Zeit beim BR problemlos 5000 km dienstlich unterwegs gewesen und niemand wäre nur im Entferntesten auf die geniale Idee gekommen, mir dafür eine Entfernungspauschale oder sonst eine kleine Wohltat angedeien zu lassen. Die neue presstige-Ausgabe ist soeben erschienen. Ich habe in aller Bescheidenheit beschlossen, dass es sich dabei mittlerweile um das beste Magazin handelt, das zur Zeit am (nicht gerade durch übermäßige Diversifizität und Vielfalt glänzenden) Augsburger Pressemarkt zu finden ist. Bestellungen nehme ich gerne entgegen. Ich habe jedoch kürzlich nach einigen erquicklichen Gängen zu verschiedenen Zweigstellen der Deutschen Post AG bemerken müssen, dass der Postversand 340g schwerer und außerordentlich ansprechend gestalteter Hefte keine dauerhafte Lösung meiner durch und durch existenziellen Probleme darstellt. Die liebevoll gepackten Umschläge mit dem gehaltvollen Inhalt gelten weder als Büchersendung, noch lassen sich mehr als zwei Exemplare dieses unübertroffenen Machwerks als sogenannter Maxibrief verschicken. Kurz: Der Versand ist teuer, ab drei Heften beginnt das Päckchen - das ist das ganze Dilemma. Da ich wider Erwarten und zum uneingeschränkten Unverständnis aller noch immer Student bin, werde ich mich nun dem beneidenswerten Kaiser Ludwig dem Bayern zuwenden. Ein Mann mit Schneid und Perspektiven. Ein Vorbild für die Politik aller Jahrhunderte. Vielleicht mache ich dann noch einen kleinen Ausflug in das quasi vor meiner Haustür gelegene Einkaufszentrum, in dem sich zwar alle Geschäfte im allsonntäglichen Tiefschlaf befinden, aber die Filiale der lobenswerten und seit jeher aufgrund ihrer fortschrittlichen Arbeitsbedingungen weit über die Grenzen Friedbergs hinaus berühmten Bäckerei Ihle noch bis 17 Uhr frisch gebackene und qualitativ hochwertige Köstlichkeiten anbietet. Eine katalytische Sensation in diesen Zeiten. Abschließend sei in aller gebotenen Kürze darauf hingewiesen, dass ich in den letzten Wochen immer wieder erwägte, eine Neufassung der "Stillen Tage in Clichy" in Angriff zu nehmen, war ich doch schon immer ein ausgewiesener Liebhaber Gesindels aller Art. Gelobt sei Jesus Christus.
Dienstag, 14. Juni 2005
Draußen ist es mild und kühl zugleich, der Himmel wirkt wie verschwommen, und das langweilige, ewigmonotone Zwitschern einiger Vögel klingt wie ein billig haschender Effekt in einem durchschnittlichen Episodenfilm, um die amateurhaft zusammengestellte Kulisse für die verdutzten Zuschauer nur ein wenig glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Wenn ich vorankäme mit meiner Gedankenarbeit, setzte ich mich wahrscheinlich nicht ernsthaft mit Thomas Bernhard auseinander. Diese biedere, wie einleuchtende Erkenntnis muss mir nun über mein eigenes Versagen am eigentlich so hochgeschätzten "topic" (wie U. Eco es zurecht nannte) hinweghelfen. Morgen gehe ich zum zweiten Mal konsterniert, gedanklich ungeordnet und voller innerer Wirrungen ins Gespräch mit meinem Literaturwissenschaftsprofessor. Natürlich hätte ich das alles vorher wissen müssen. So handelt es sich doch bereits zum zweiten Mal während der Dauer (!) meines Studiums um ein Abtauchen in die finstersten Abgründe des menschlichen Seins und einer durch und durch existenzfeindlichen Natur. Wie heißt es nicht nur bei Pascal, sondern auch vor Bernhards Jugenderinnerung Der Atem: Da die Menschen unfähig waren, Tod, Elend, Unwissenheit zu überwinden, sind sie, um glücklich zu sein, übereingekommen, nicht daran zu denken.
Fühlt sich irgendjemand berufen, uns bei der Onlineredaktion von Presstige.org zu unterstützen? Fühlt sich ferner jemand berufen, uns bei der Anzeigenakquise zu unterstützen? Ihr wisst, Gottes Seele ist in den Fischern. Wer Lust hat auf einige knackige Zitate aus einer kurzen Radioreportage, der kann hier in gut zwei Minuten Erfüllung, Wonne oder so etwas ähnliches finden: klicken, Windowsdaten empfangen, freuen.
Mittwoch, 16. März 2005
 Nach einer kurzen und schandhaften schöpferischen Pause (insbesondere des introvertierten Herausgebers) bringt das Frühjahr endlich die lange erwarteten und auch lange gesammelten neuen Texte unserer Autoren. Ab jetzt wieder regelmäßig veröffentlicht auf www.bourgeoisie.de. Und eine offene Frage an alle: Ist der wackere Marathon-Läufer eigentlich schon am Ziel?
- Oliver Krüger: stranger in the night. Mehr in Brandneu.
- Oliver Krüger: zwei tränen des helios. Der nächste Teil seines auf bourgeoisie.de veröffentlichten Buches. Mehr in Brandneu.
Hier ist übrigens scheinbar wieder Frühling (vgl. Januar-Blogeinträge), mein Blog verrät mir besserwisserisch, dass die Rhone-Metropole Lyon mit 19 Grad aufwartet, da kann die schwäbische Weltstadt nicht ganz mithalten, aber ich darf die Sonne ohnehin nur durch meine IKEA-Jalousetten genießen und muss mich offenbar wieder stringent und entschlossen meiner schattigen Arbeit zuwenden.
Donnerstag, 24. Februar 2005
 Natürlich karren skrupellose Reiseveranstalter nicht nur munter unter den wachsamen, aber offensichtlich leicht entzündeten blauen Augen mehrerer bundesdeutscher Ministerien und Exekutivorgane Unmengen ukrainischer TouristInnen ins Land, sondern seit Neuestem auch mit sommerbereiften, vor 1992 von westdeutschen Transportunternehmen ausgemusterten Kässbohrer Setra Kolonnen arbeitswilliger SchlachtereiarbeiterInnen aus vornehmlich osteuropäischen Neu-EU-Ländern. Jene bemitleidenswerten Zeigenossen dürfen dann für etwa 400-800 Euro 12-15 Stunden am Tag oder noch lieber des Nachts Schweine abstechen, Rinder zerlegen oder Hennen köpfen. Meine spontane Idee, für diese verantwortungsvollen Tätigkeiten im großen Stil in bildungsnahen Regionen wie Kroatien, Serbien oder dem Kosovo ArbeiterInnen anzuwerben, lässt sich aufgrund der mangelhaften Umsetzung der europäischen Idee noch nicht verwirklichen. Dänische Schlachtereien schließen ihre Werke nördlich von Deutschlands bildungsfernstem Bundesland und eröffnen diese fernab von Tarifverträgen und jedem Rest menschlicher Moral in Norddeutschland wieder - aber da sich weder Dänen doch Deutsche gerne versklaven lassen, muss auch hier unglücklicherweise auf die unwissenden und flexiblen WerksarbeiterInnen aus den Tiefen Polens oder der Slowakei zurückgegriffen werden, die in ihrer spärlichen Freizeit in erbärmlichen Behausungen ihr durchaus als unglücklich empfundenes Dasein fristen. Diese sogenannten Wohnungen bieten die bemerkenswerte Möglichkeit, sich von aufgebrachten deutschen Gewerkschaftsfunktionären besuchen zu lassen und haben weiterhin den Vorzug, zwar vom Reiseveranstalter zur Verfügung gestellt, hingegen von ihren besserverdienenden BewohnerInnen bezahlt werden zu müssen. Den deutschen Verbraucher, seit Jahren für seine außerordentlich findige Sparsamkeit bekannt, freut es, sofern er kein nun arbeitsloser, von seiner Bundesregierung spitzzüngig diffamierter Hilfsarbeiter ist, kann er sich doch so weiterhin wöchentlich drei Koteletts und sieben fette Schweinsbrühwürste - womöglich fortan gar Brühpolnische - in seinen kritiklosen Wohlstandswanst fressen. Auch so werden deutsche Großunternehmen ihre Gewinne vornehmlich im billigen, lohnnebenkostenarmen und durchweg umweltbewussten Ausland investieren, das bezweifelt niemand. Die dankbare Saktionierung durch den an Blödheit und Stumpfsinnigkeit nicht zu übertreffenden deutschen Endverbraucher macht aber selbst solche Schritte allmählich überflüssig. Während ich mich an meinem schmackhaften und recht malzigen Ronnefeldt Mokalbarie-Assam verschlucke mein herzliches Dankeschön an alle - fresst euch satt, krank und arbeitslos!
Montag, 24. Januar 2005
 Wofür reist man voll bleierner Müdigkeit nach nur wenigen Stunden Schlaf Tausende mühselige Kilometer über die Autobahnen, Schienen, Wege dieser schwächelnden Republik, kämpft sich einem Spießrutenlauf gleich durch Massen abgeneigter, nein hasserfüllter, perspektivloser Unterschichtler, denen der faulige Speichel aus dem übelriechenden Munde tropft, wozu steht man sich heiser vom nutzlosen Gebrüll und mit aufgerissenen Handflächen fern von heimischem Hof und Herd auf zugigen Betontribünen die schweren Beine in den schlotternden Wanst, dem das schale alkoholreduzierte Bier und die triefenden Würste mit aspartamgeschwängertem Ketchup nicht bekommen wollen? Vielleicht für einen solchen Nachmittag in Nürnberg, es war - und das sei ohne jeden Pathos ausdrücklich erwähnt und betont - (erst) der dritte gemeinsam erlebte Auswärtssieg in fünf Jahren (während gemeinsamem Abendessen abgezählt, neben ungezählten Niederlagen voller Tristesse versteht sich), nach Dortmund und Hannover. Manchmal muss man weit gehen, um etwas zu finden, und manchmal findet man etwas, und merkt erst dann, wie weit der Weg gewesen ist. Aber jetzt muss ich aufpassen, dass die Krümel des Glückskekses nicht in die Tastatur bröseln, eine gute Gelegenheit, um doch noch mein Konrad-Referat zu retten-
Dienstag, 11. Januar 2005
 Nun bin ich also zurückgekehrt in die Stadt der Renaissance, die auch die Stadt ist, in der ich mich zu leben entschieden habe, wie ich irgendwann - man muss sagen: endlich - zwischen den Jahren (wie man sagen muss) realisierte. Draußen herrscht in etwa so etwas wie Frühling, die unzähligen Glöcklein der unzähligen Türmlein dieses Städtchens schlagen eifrig um die Wette, als wollten sie bis in die Höhen des weit offenen Himmel hinaufschallen, all die Vöglein zwitschern munter, das Mühlrad geht übermütig im glitzernden Nass, lange LKWs passieren träge und leise brummend die neu gebaute und erst vor wenigen Wochen eröffnete Schleifenstraße, und die Sonne brennt durch die großflächige Verglasung vor meinem Balkon und ich muss meine Augen zusammen kneifen, um etwas auf meinem Bildschirm zu erkennen. Für alle, die es noch nicht wussten: Ich arbeite weiter an einem streng geheimen Projekt, das sich aber allmählich auf wundersame Weise zu konkretisieren scheint. Die Mannschaft ist gut, die Moral stimmt. Nebenbei versuche ich nicht ohne einiges Verkrampfen und nicht ohne in größere zeitliche und moralische Konflikte zu geraten, mein Referat über den Sangspruch Konrads von Würzburg zu stemmen. Wenn irgendjemand der Meinung sein sollte, mir angesichts der eher bescheidenen Forschungslage und gänzlich unbefriedigenden Sekundärliteratursituation den einen oder anderen richtig tollen Typ geben zu wollen, so halte er nicht länger damit hinter dem Berg, sondern rette er meine ganz und gar jämmerliche, noch immer auf Gedeih und Verderb mit meinem so hochgeschätzten Hochschulstudium verbundene Existenz. Es bleiben für dieses interdisziplinäre Großprojekt circa zwei Wochen Zeit. Da fällt mir ein, dass ich das Fenster im KHG-Büro des Rektoratsgebäudes der Bert-Brecht-Universität wohl auf Kipp (wie man sagt) gelassen habe - aber zum Glück ist ja Frühling. So, nun will ich mich aber mal rasch an die Herger/Spervogel-Rezeption setzen, schließlich wartet in meinem nachher stattfindenden Hauptseminar niemand - wie man sagen könnte - auf mich. Wenn das erledigt ist, darf ich heute Abend zu einer Messe gehen und Andreas Bönte kennenlernen - und es war alles, alles gut.
Mittwoch, 22. Dezember 2004
 Nein, heute hat einfach niemand Geburtstag. Es gibt weder etwas zu feiern, noch etwas zu sehen. Schließlich sind wir alle keine zwanzig mehr. Auch ich lebe seit drei Monaten und fünf Tagen in nicht enden wollender, jeden guten Willen und verbliebenen Verstand verzehrender Scham.
Dennoch alles Gute und was man sonst so braucht! Stay tru!
Mittwoch, 15. Dezember 2004
 Gestern im Fachmarkt.
Stück für zwei Personen und eine variable Anzahl von vorzugsweise erwerbslosen Statisten. Ein abgeschlossenes Hochschulstudium oder eine Berufsausbildung werden nicht vorausgesetzt.
Szenischer Aufbau: Es ist gestern. Wir befinden uns im sogenannten Mediamarkt, dem sogenannten Elektronikfachmarkt Nummer eins, außerdem ist es Dienstag und es ist Mittagszeit. In Deutschland, inmitten Europas, ist der sogenannte Reformwinter angebrochen, das heißt, der sogenannte Reformwinter wurde dem verantwortungslosen, chronisch unwissenden und daher stets zu bevormundenden deutschen Volke von dessen ehrgeiziger politischer Entscheidungsspitze - den sogenannten Volksvertretern - zu seiner baldigen Genesung verordnet, was in etwa bedeutet, dass ehemals mäßig auf Kosten der Allgemeinheit versorgte Erwerbslose und ihre Familien nun von der lustlosen Allgemeinheit und der unübertroffen ehrgeizigen und arbeitsamen politischen Entscheidungsspitze einen nur noch sehr geringen Betrag Geld zum Leben erhalten. Sicherheitshalber wird dabei nicht länger differenziert, ob diese inzwischen Erwerbslosen zuvor erwerbstätig waren und wieviel oder wie lange sie während dieser Erwerbstätigkeit in die sogenannte Sozialversicherung einbezahlt haben. Daher sind diese Erwerbslosen fortan glücklicherweise auch energisch angewiesen, die Unmengen ihnen zur Verfügung gestellter Arbeitsstellen nicht länger unbedacht und voreilig abzulehnen. Die Anzahl der als arbeitsscheu, unflexibel geltenden, der Schriftsprache nicht mächtigenden und daher allenortens bekannten und gesellschaftlich hochangesehenen Erwerbslosen beträgt in etwa zehn Millionen, durch einige geschickte Rechnungen und gewitzte Zahlendreher gelingt es der ehrgeizigen, arbeitsamen und visionären politischen Entscheidungsspitze jedoch, diese besorgniserregende Anzahl in etwa auf die Hälfte zu reduzieren. Grund zur Trübsal gibt es demnach keinen, schließlich wächst die Anzahl der Millionäre im Land der Dichter und Denker nahezu genauso stetig und konstant wie jene der sogenannten Massenentlassungen in börsennotierten Großunternehmen. Dabei sind die dem Gemeinwohl hörigen Vorstände solcher börsennotierter Großunternehmen gewohnheitsmäßig angehalten, sich selbst den Lohn aufzustocken, Rekordgewinne zu vermelden oder angestrengt in liebevoller Liaison mit der ehrgeizigen, arbeitsamen, visionären und überaus macht- und verantwortungsbewussten politischen Entscheidungsspitze über neuerliche Entlassungswellen nachzugrübeln. Die Szenerie ist also im Ganzen in etwa so wie immer in Deutschland, inmitten Europas. Aus den Lautsprechern, die an der Decke des Fachmarktes hängen inmitten billiger Aluminiumlampen, welche ein sehr grelles, flackerndes und entsetzlich ungemütliches Licht abgeben, zahlreichen Kabeln und einigen verdreckten Entlüftungsöffnungen, dringt vorzugsweise GEMA-freie Musik, im Hintergrund hört man außerdem den Ton verschiedener Privatfernsehsender und den dumpfen tieftönenden Bass aus einem Lautsprecher der weit entfernten Car-HiFi-Abteilung.
1. Szene: Potentieller Kunde auf. Potentieller Kunde erreicht nach kurzem Slalom durch verschlossene, in den Gängen gelagerte hüfthohe Pappkartons eine Auslage mit MP3-Abspielgeräten (eine ganz und gar unsägliche und belanglose Modeerscheinung des frühen 21. Jahrhunderts), welche mit einem dicken Draht gesichert sind. Potenzieller Kunde fackelt nicht lange und nimmt die unterschiedlichen Geräte in Augenschein. Nach einiger Zeit und gründlicher Prüfung macht sich angesichts großartiger Auswahl und großartig verwirrender Beschilderung der Geräte eine leichte Unsicherheit auf dem Gesicht von potentiellem Kunden breit. Potentieller Kunde wendet sich Hilfe suchend um, kann aber nur einige Schulkinder erspähen, welche es vorziehen, ihren anreizarmen Tag mit sinnfreiem Konsolenspiel zu verbringen, anstatt im sogenannten Zuhause weitere nutzlose Jahre auf ein wenig Aufmerksamkeit ihrer versoffenen und bei Gelegenheit auch gern ein wenig relativ rücksichtslos und unmotiviert um sich prügelnden Eltern zu warten oder sich in einer sogenannten Schule von sogenannten Lehrern zum wiederholten Male zur Aufmerksamkeit anhalten zu lassen, wobei es sich bei diesem Personenkreis überdies um überdurchschnittlich alte und überdurchschnittlich übelriechende Existenzen handelt, die nicht zuletzt in einer kaum verständlichen Sprache und in kaum zu übertreffender Penetranz immer wieder den durch das besinnliche nächtliche Dauerfernsehen verursachten und im Übrigen recht erholsamen Vormittagsschlummer zu unterbrechen wagen. Die Schulkinder tragen noch ihre Winterjacken, während auf dem Bildschirm ein menschlicher Schädel liebevoll und beinahe wie eine glühende Supernova zerplatzt, ihre Rucksäcke haben sie lasziv im Gang neben sich zu Boden fallen lassen.
2. Szene: Fachmarkt-Fachverkäufer auf. Potentieller Kunde erblickt sogenannten Fachmarkt-Fachverkäufer, der forschen Schrittes und nahezu unaufhaltsam auf die Auslage mit MP3-Abspielgeräten zumarschiert. Fachmarkt-Fachverkäufer trägt eine recht enge rote Weste aus einem plastikartigen Stoff und dazu einen grauen ungepflegten Oberlippenbart. In den Außentaschen der Weste stecken zahlreiche unterschiedliche Kugelschreiber mit Werbeaufschriften, während unter den durchaus veritablen Fingernägeln Fachmarkt-Fachverkäufers in erster Linie schwarzer Schmutz steckt. Fachmarkt-Fachverkäufer hat die Auslage mit MP3-Abspielgeräten erreicht und steht nun mit geistesabwesendem Gesichtsausdruck vor potentiellem Kunden. Fachmarkt-Fachverkäufer hat heute wahrlich nicht seine intelligenteste Mine aufgelegt, was ihm potentieller Kunde aber nicht anlasten möchte, schließlich nähert man sich unaufhaltsam dem Weihnachtsfest (eine ganz und gar unsägliche und belanglose Modeerscheinung des ersten und zweiten, vielleicht sogar noch dritten Jahrtausends)- Zwischen potentiellem Kunden und Fachmarkt-Fachverkäufer entwickelt sich ein kurzer, impulsiver Dialog voller überraschender Wendungen und unbeschreiblicher Zufälle:
Potentieller Kunde: Entschuldigen Sie bitte.
Fachmarkt-Fachverkäufer (schaut - so gut er das nach dreijähriger alltäglicher Praxis beherrscht - an potentiellem Kunden vorbei in die Weiten des Fachmarktes): Was?
Potentieller Kunde (mit einer weit ausholenden Geste): Sind Sie zufällig für diese MP3-Abspielgeräte zuständig?
Fachmarkt-Fachverkäufer (schaut weiterhin angestrengt an potentiellem Kunden vorbei in die Weiten des Fachmarktes): Ja.
Potentieller Kunde (erleichtert): Könnten Sie mir vielleicht einige kleine Fragen beantworten? Ich interessiere mich für...
Fachmarkt-Fachverkäufer (unterbricht potentiellen Kunden, schaut nun sehr nachdrücklich an potentiellem Kunden vorbei in die Weiten des Fachmarktes): Nein.
Potentieller Kunde (erstaunt): Es geht auch ganz schnell. Ich möchte nur...
Fachmarkt-Fachverkäufer (unterbricht potentiellen Kunden, wendet sich um - wie ein Raubtier auf dem Sprung, harsch): Nein. Ich habe gerade Kundschaft.
Fachmarkt-Fachverkäufer rasch ab.
Potentieller Kunde bleibt alleine zurück. Die Bühne ist leer. Um potentiellen Kunden herum weit verteilt nur noch einige hüfthohe Pappkartons und ein paar Rucksäcke. Würden sich dafür gute Argumente finden lassen, gäbe sich potentieller Kunde nun seiner unumschränkten Verzweiflung hin. Aus den Lautsprechern, die sich unmerklich nach unten bewegt haben und nun auf Bodenhöhe angelangt sind, dringt nun nicht länger GEMA-freie Musik, statt dessen vernimmt man die laute und im höchsten Maße aufdringliche Werbemelodie des sogenannten Mediamarktes, des sogenannten Elektronikfachmarktes Nummer eins, die entfernt an ein ehedem beliebtes und weit verbreitetes Freiheitslied aus irgendeiner längst vergessenen Revolution erinnern könnte, im Hintergrund hört man außerdem das gellende sehr norddeutsche Lachen eines albernen, juvenilen, deutschen Nachwuchsmoderators und den dumpfen tieftönenden Bass aus einem Lautsprecher der weit entfernten Car-HiFi-Abteilung.
Dienstag, 14. Dezember 2004
 Herzlichen Glückwunsch, junger Herr (etwas links der Bildmitte)! Es gibt Schlimmeres 
Lass es ordentlich krachen, was bleibt auch sonst.
Freitag, 3. Dezember 2004
 Und alle sind erfreut - nach beinahe vierwöchiger Absenz, die beinahe jeden, den Autor eingenommen, in völlige Verwirrung, wenigstens aber den schieren Wahnsinn dunkler Herbsttage trieb. Ein wenig weihnachtliche Erleuchtung fällt nun endlich wieder auf unsere düster dahindämmernden, von der Schwere winterlicher Trübsal gepeinigten Existenzen.
Mein Tag ist bis hierhin gekennzeichnet durch das Fehlen eines jenem vergleichbaren Weckrufs, welcher heute morgen zu nachtschlafender Zeit meinen guten Freund S. aus dem Zehlendorfer Bett holte. Am Telefon des ziemlich verschlafenen Angerufenen, dessen berühmte charmante Ader bedauerlicherweise immer erst eine halbe Stunde nach dem Aufstehen zu erwachen pflegt, befand sich Annett Louisan. Ein Potsdamer Radiosender hatte die liebliche Stimme und zugehörige Nachwuchsinterpretin ins Studio gebeten und offensichtlich beschlossen, einem treuen Hörer des Senders und zugleich tiefem Bewunderer von Annetts Sangeskunst eine besondere Freude zu bereiten. Ich dagegen bin heute um fünf Uhr nachmittags aus dem Tiefschlaf erwacht, und habe folglich ein für vier Uhr in der Zentralbibliothek der Universität Augsburg verabredetes Treffen mit meiner Mitreferentin verschlafen. Jetzt, da ich wieder einigermaßen bei Sinnen mit, ist es mir allmählich unsagbar peinlich. Allerdings ist das bei Weitem nicht so peinlich wie die neue Hitauskopplung des bemitleidenswerten Max Mutzke - uns allen noch wohl bekannt aus dem diesjährigen europäischen Schlager-Grandprix. Max trällert in den reinsten Tönen seiner Muttersprache: "schwarz auf weiß nur mit dir schwarz auf weiß für ein leben mit dir geb ich alles her schwarz auf weiß duuuuuuu und ich schwarz auf weiß will die zeiten spürn denn ich liebe ich". Ich bin mir derweil nicht sicher, ob diese Aussagen alles in allem politisch korrekt sind, oder einfach nur unsagbar substanzlos. Die Musik dümpelt leicht verdaulich und angenehm jazzig vor sich hin. "Morgen wieder Nebel, Nebel, Nebel, und am nachmittags schaut vielleicht auch mal die Sonne durch, falls sie sich gegen den Nebel durchsetzen kann - und das alles bei kühlen Temperaturen." Das sind meine Aussichten für das Wochenende, so erfahre ich soeben aus demselben Radio, aus dem mich eben noch Max hauchend umfing. Ansonsten habe ich mir für Samstag und Sonntag wohl lediglich den Vorsatz gemacht, endlich einmal wieder das Tageslicht mit meinen - wie man pathetisch formulieren könnte - eigenen Augen zu erblicken. Meine Nase läuft ganz entsetzlich, über das Wochenende muss ich zudem das Referat vorbereiten, das meine Referatsgruppe am nächsten Mittwoch unter meiner geschätzten Mitwirkung (sollte mich nicht wieder der gefahrvolle Tiefschlaf ereilen) so etwa gegen acht Uhr dreißig zu halten hat. Vorzugsweise und aus Gründen der Sicherheit werde ich bis zu diesem Termin nicht noch einmal mein Bett aufsuchen. Die Sicherheit stand heute auch auf der Tagesordnung, als wieder einmal die Stadt Augsburg im Mittelpunkt der internationalen Berichterstattung stand. Nicht zum ersten Mal wurde in der pittoresken Stadt der Renaissance die vermutlich äußerst konspirative Wohnung eines Islamisten hochgenommen.  Angesichts des auf diese Weise entstandenen Wirbels könnte leicht die Meldung ins journalistische Abseits geraten, dass der Augsburger Oberbürgermeister uns heute für das kommende Jahr einen ausgeglichenen städtischen Haushalt versprach. Und das, so betonte er, ohne Kultur- oder Freizeiteinrichtungen zu schließen, wie es in anderen Städten leider die Regel sei. Die Investitionssumme erhöhe sich weiterhin um 30 Prozent, was vor allem den Bildungseinrichtungen zu Gute komme. Ich bin fürs Erste gespannt auf die rosige Zukunft der Augsburger Bildungseinrichtungen und möchte, mit der üblichen vor politischen Lippenbekenntnissen und Lobeshymnen auf die eigenen Erfolge gebotenen Vorsicht, schon einmal herzlich zur offensichtlich gelungenen kommunalen Politik gratulieren.
Nun setze ich mich mit einigem Widerwillen und dröhnendem Schädel an mein Referat, bin in Gedanken bei Annett Louisans Autogrammstunde in einer Berliner Filiale der Elektromarktkette Saturn, und hoffe auf die Rückmeldung meiner hoffentlich nicht übermäßig verstimmten Mitreferentin, während im benachbarten Badezimmer die Waschmaschine gemütlich vor sich hin brummt, nur unterbrochen von einigen eiligen, mich akustisch an das Anfahren einer Berliner Untergrundbahn erinnernden Schleudergängen.
Mittwoch, 3. November 2004
Die Seminararbeit ist endlich fertig.
Die nächsten fünf Tage werde ich in Paris bei Marie und Singeln verbringen. Bis denn dann.
Donnerstag, 28. Oktober 2004
Wer einmal herzlich lachen möchte, genieße eine Pressemitteilung der Mannheimer Polizei, die nicht nur durch ihre sprachlichen Extravaganzen und Stilblüten, sondern auch ihren aufrüttelnden und packenden Stil zu überzeugen weiß. Ein Wunder, dass der Verfasser dieser weltbewegenden Nachrichten bei soviel Talent noch nicht zur Kriminalberichterstattung bei RTLII wegrekrutiert wurde. Schade nur, dass die Meldung vom Reissack in der Mannheimer Innenstadt gänzlich vergessen wurde. ots-Meldungen kosten übrigens Steuergelder.
Hier geht's los.
Hier ohne Link:
Mannheim (ots) - Duft durchzieht die Wohnung
--- Bilder über Internet abrufbar ---
Einen guten Riecher in mehrfacher Hinsicht hatte gestern eine
Streife des Polizeireviers Sandhofen. Zunächst kontrollierten sie
gegen 11.00 Uhr in der Groß-Gerauer- Straße einen 38-Jährigen.
Hierbei fiel den Beamten auf, wie der Kontrollierte zu schwitzen und
auch zu zittern begann. Der Grund war dann auch schnell gefunden.
Neben Ausweispapieren hatte der Mannheimer auch unbenutzte
Joint-Papers dabei. Aufgrund dessen schloss sich eine
Wohnungsdurchsuchung an. Der 38-Jährige führte die Beamten dann auch
gleich ins Wohnzimmer und übergab ihnen ein kleines Tütchen mit
„Gras“. Allerdings reichte die Menge bei weitem nicht aus den starken
Duft zu verursachen. Die Lösung lag dann gleich auf der Hand in Form
von alten Pizza-Kartons, die mit Blütendolden gefüllt waren. Aber
auch diese „Sammlung“ konnte den starken Duft alleine noch nicht
ausmachen. Unbeirrt von den Beteuerungen des 38-Jährigen fand sich
auf dem Speicher dann unter schwarzer Plastikfolie, sorgsam mit
Wärmelicht bestrahlt, eine Ansammlung von 160 Marihuanapflanzen in
verschiedenen Wachstumsphasen. Beamte der Ermittlungsgruppe
Rauschgift nahmen sich daraufhin des Mannheimers und seiner
Bepflanzung an, deren Ernte er nun nicht mehr einfahren kann.
Außerdem fanden Ermittlungsbeamten noch 4 Langwaffen vor, die
ebenfalls sichergestellt wurden.
Sittenstrolch selber entdeckt oder wenn ich meinen großen Bruder
hole! Gestern, gegen 12.15 Uhr zeigte sich ein zunächst Unbekannter
in der Straße Am Brunnengarten einem 6-jährigen Mädchen unsittlich.
Das Mädchen rannte daraufhin nach Hause und erzählte den Vorfall
ihrem großen Bruder. Gemeinsam machten sich beide auf die Suche und
konnten den Tatverdächtigen in der Nähe des Tatorts auf einer
Parkbank entdecken. Beim Auftreten des großen Bruders, zog es der
60-Jährige vor, freiwillig zur nächsten Polizeidienststelle, der
Verkehrsüberwachung in der Hochuferstrasse, mitzukommen. Er wird nun
wegen exhibitionistischer Handlung zur Anzeige gebracht.
Rabiater Ladendieb ermittelt Wie bereits berichtet, hatte ein
zunächst unbekannter Ladendieb in einem Elektronikmarkt in
Mannheim-Sandhofen am 14. und 15.10.04 Elektronikgeräte entwendet.
Als er am 15.10.04 von einem Angestellten festgehalten werden sollte,
hatte er sich daraufhin heftig gewehrt, den Einkaufswagen gegen den
Angestellten geschoben, ihn mit Diebesgut beworfen und schließlich
mit einem Messer gedroht. Aufgrund der Bilder der Videoüberwachung
des Marktes konnte der Ladendieb von Beamten erkannt, ermittelt und
anschließend vorläufig festgenommen werden. Hierbei handelt es sich
um einen 37-jährigen Mannheimer.
Verkehrsunfall Gegen 13.30 Uhr befuhr gestern ein 85-jähriger
Ilvesheimer mit seinem Opel Vectra die L 597 von Friedrichsfeld in
Richtung Seckenheim. An der Schwabenstraße übersah er das Rotlicht
der Ampel und stieß mit dem Lkw eines 49-Jährigen aus Haßloch
zusammen, der bei Grün von der Schwabenstraße auf die Auffahrt zur L
597 eingebogen war. Bei dem Zusammenstoß wurde die 81-jährige
Beifahrerin des Unfallverursachers leicht verletzt. Insgesamt
entstand ein Schaden von ca. 6000 Euro.
Martin Boll
ots-Originaltext: Polizei Mannheim
Mittwoch, 27. Oktober 2004
  Dienstag Abend nach dem Ende unterschiedlichster uninteressanter Veranstaltungen (inklusive allgemein ans Seminar gerichtetem Lob des Professors für Ältere deutsche Literaturwissenschaft), 18 Uhr, Salsa-Kurs im Sportzentrum der Bert-Brecht-Universität Augsburg, Halle 3.
Ha! Da ist es wieder: Die Augen leuchten tatsächlich wieder angesichts der Nennung meines Heimatortes. Und dann auch wieder, beinahe noch im selben Atemzug: Diese Frage...
Es hat übrigens auch sonst erstaunlich viel Spaß gemacht - ich bitte darum, in Zukunft bei spontaner Unlust an diese Feststellung altväterlich erinnert zu werden. Die Messwertefahrt zweier VW-Mechaniker mit meinem Wagen hat sich ausgezahlt - für mich und das Autohaus. Seid gewarnt: Ich bin jetzt endlich wieder schneller als der Wind.
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