Dienstag, 26. Oktober 2004
Es gibt ja durchaus Dinge, die gibt es in Berlin, die gibt es aber in Augsburg nicht, und schon gar nicht nachts, und dann gibt es Dinge, die es leider in Berlin gibt, und die es noch viel mehr leider auch schon in Augsburg gibt - viel zu früh für dieses hübsche unschuldige Städtchen.
Dinge, die es in Berlin gibt, hier jedoch eklatanterweise fehlen:
- Currywurst, richtige
- Currywurst, richtige, nachts um halb drei
- Döner Kebap, richtiger
- amerikanische Kaffeesirups, köstliche
- Bahnhof Zoo, ebenfalls nachts um halb drei
- Bar, geöffnete, irgendwann nachts nach eins
- Mandy, Cindy und Peggy aus Ahrensfelde, Hönow, Erkner oder KW
- Ronny, Raik und Maik aus Ahrensfelde, Hönow, Erkner oder KW
- Beschimpfungen, liebevolle, im Straßenverkehr
- Horn betätigen, liebevoll rhythmisch, des Wagens im Straßenverkehr
- Kristallweizenbier
- V-Power Diesel
Dinge, die es in Berlin gibt, und hier leider auch:
- hoffnungslos überfüllte Uni
- unfreundliche Sekretärinnen und unfähige Ämter
- MITTE, alter (übergeordneter Werte- und Normenkatalog und -kodex)
- Dummbrillen, iq-senkend
- seltsame gefütterte Winterstiefel, groß und klobig
- Benzin, viel zu teures
- Stress und zu wenig Schlaf (trotz wiederholter Mahnungen eines Freundes: "Kein Stress...")
- Leere im Hirn - - - Prost
Zum Vergleich:
http://www.ard.de is
67% evil, 33% good sowie
http://www.evangelische-kirche.de is
57% evil, 43% good
Freitag, 22. Oktober 2004
 Man merkt ja, dass man gebraucht wird, wenn man immer schön viel zu tun hat. Die Arbeit geht voran und zeitigt ihre Wirkungen. Ich brauche Euer Mitleid nicht. Lieber Euer Geld, das wäre Motivation genug. Man ist sich nicht sicher, ob das bahnbrechendste Geschichtswerk der Neuzeit entsteht. Bei Bedarf sende ich gerne Ausschnitte zu. Es heißt ja immer, Arbeit mache einen besseren Menschen aus uns. Und ist es reich gewesen, so ist es Mühe und Arbeit gewesen oder so ähnlich heißt es doch irgendwo. Links ein Bild von mir für alle, die mich zuletzt seltener zu Gesicht bekamen. Es entstand erst gestern Nacht, als ich nach etwa siebzehnstündiger Arbeit die Arbeit an meinem zweiten Unterkapitel abschloss.
Sonntag, 17. Oktober 2004
Für die, die es nicht bemerkt haben, und auch für all jene, die mich bereits jetzt schmerzlich vermissen, beziehungsweise sehnsüchtig erwarten, sei angemerkt, dass ich mich ab jetzt zurück in Augsburg befinde. Ab morgen ist wieder Uni. Prost.
Mittwoch, 13. Oktober 2004
 Gestern betrat ich eine Postfiliale, die ganz in der Nähe liegt, und versandte von dort meine Umsatzsteuererklärungen für die Jahre 2001 und 2002 über jeweils 0,00€ ans Finanzamt Wilmersdorf.
Heute denke ich mir aus, den neuen Service der Deutschen Post AG über den sogenannten Briefstatus meines Einschreibens zu nutzen. Das Ergebnis, voll schlichter Klarheit, voll entwaffnender Sachlichkeit, musste selbst die größten Dekonstruktivisten überzeugen:
Die Sendung wurde am 12.10.2004 in der Postfiliale Breisgauer Str. 7, 14129 Berlin eingeliefert. Bitte wiederholen Sie die Statusabfrage in den nächsten Tagen noch einmal!
Samstag, 9. Oktober 2004
 Der einzigartige Autoren-Marathon läuft weiter und weiter_
Khai Tran_ Plötzlich ist alles anders, und du weisst, warum
Donnerstag, 7. Oktober 2004
 Der einzigartige Autoren-Marathon beginnt_
Bidjan Nashat_ Blut, ungewöhnlich vertraut
Orhan Kücükyilmaz_ und ich sehe noch wie es ihm auf den kopf fällt_KILOMETER 1
Dienstag, 28. September 2004
 Neulich, genauer vor etwa zweieinhalb Wochen, schrieb ich einem Freund eine e-Mail. Heute fiel mir ein, inmitten meiner Hauptseminararbeitsverzweiflung, dieses kleine schimpfliche Traktat, kein Kompliment für niemanden, doch einfach mal hier in Ermangelung aktueller, berichtenswerter Vorfälle zu veröffentlichen.
Drink des Dages: Almond Roca (rockt) Caffe Latte
Track des Tages: Winson - Wovon lebt eigentlich Peter?
ich bin wieder gesund (man plagt sich ja gerne mit so einigen munteren kleinigkeiten, die das leben erst wirklich gemütlich machen) und seit einigen tagen bin ich wieder in berlin, vermutlich schon seit einigen wochen, denn die zeit vergeht wie im fluge, wenn man seminararbeiten für die uni zu schreiben hat, die kein ende nehmen wollen, denen aber eigentlich ein jähes terminliches ende gesetzt ist. ansonsten ist alles ganz wunderbar, denn das wetter ist schön. auch ich habe mich am sonntag vor das sogenannte cafe (accent fehlt garantiert) moskau (garantiert in kyrillischen buchstaben) in der frankfurter allee begeben, d. drängelte ja zuerst ein wenig und gab vor, die acht euro teure veranstaltung im gebäude, das sogenannte gmf, besuchen zu wollen, aber bald konnte ich ihn von meinem vorschlag überzeugen, vor der tür auszuharren, um so eine konkurrenzveranstaltung zum eigentlichen event im freien zu etablieren. mir schwebt dabei ein ähnliches projekt wie jenes vor, dass sich alldonnerstäglich am späteren abend vor dem wilmersdorfer far out am kudamm abspielt. auch dort sammeln sich orientierungslose, vornehmlich west-berliner, vornehmlich arschgrunewalder jugendliche, um sich gemeinsam mit ihren grenzdebilen verzogenenen pinkefreunden die eine oder andere tüte zu genehmigen, ohne unterlass diverse dahlemscheiße, vornehmlich über autos, pradaschühchen und kalbsledergürtelchen, von sich zu geben und ähnlich beschränkte sogenannte tussis anzugraben, die sich in behämmerte quietschbunte achtzigerjahre-gewänder mit dusseligen aufdrucken hüllen und sich mit ihren unvorstellbare beschränktheit offenbarenden beinahefrisuren von der unnachahmlich scheußlichen sogenannten nena aus ihren besten zeiten nur durch die fein ausrasierten achseln und die billigen hilfigerdüftchen unterscheiden. sie stehen sich also ihre kurzen golfspielerbeine in den wanst, bis die polizei in lustigen leuchtwesten, die beinahe auch ein wenig achtziger aussehen, und mit vierzig jahre alten sogenannten bullenwannen die ersten alkoholkontrollen auf der fahrbahn durchführt und die ersten teilnehmer dieser modernen form des sit-ins panisch die szenerie verlassen, um mamas ml400 wieder unversehrt in die garage zu chauffieren, wo er zum morgendlichen klatsch- und tratschritual bei zigaretten mit goldfilter und himbeersahnetarte im wiener kaffeehaus schon dringend benötigt wird. nach vier stunden also erachtete ich meine mission vor dem sogenannten cafe moskau als erfüllt, während ich zuvor mit einigem missionarischem eifer partygäste - viel war übrigens nicht los, außer dass mir namentlich bekannte personen jeden verbliebenen respekt in grauenvoller geschwindigkeit vernichtend und mit nackten verschwitzten oberkörpern durch das atrium (hieß im osten zum zeitpunkt der baulegung garantiert ganz anders) turnten und flyer an die versammelte festgemeinde verteilten - von der teilnahme an meiner antiveranstaltung zu überzeugen versuchte. am ende waren wir durchaus zu fünft und ich prophezeie, dass unsere bewegung unaufhaltsam wachsen wird, auch wenn nun der herbst hereinbricht, und ich nicht etwa im muscleshirt, sondern mit strickpulli und gefüttertem herrenmantel in der nächtlichen kälte des berliner ostens verharrte. für den nächsten sonntag habe ich bereits sieben hüfthohe metallene ständer, die im gelben licht der straßenlaternen wild funkeln werden, mit dicken roten samtkordeln und etwas vertrauenswürdiges sicherheitspersonal organisiert. ansonsten feiere ich in einer woche gemeinsam mit b. an einem malerischen see in der gottverlassenen uckermark (einen tag vor der dortigen machtübertragung an die alten seilschaften) zum ersten mal seit sieben jahren wieder geburtstag. das ist der letzte versuch vor dem vierzigsten, wenn dann alles vorbei sein wird.
Mittwoch, 22. September 2004
 Nahezu alles, was in der Zehlendorfer Szene Rang und Namen hat - einmal abgesehen von einem Pariser Picknicker, dem ein drakonisches Ausreiseverbot die Anreise unmöglich machte, fand sich am Samstag, den 18.9., zur Sechsjahresfeier der GENERATION PICKNICKER 1998 im Spandauer Vorstadtghetto zusammen. Der Spandauer Ordnungsdienst zeigte sich angesichts des uns vorauseilenden Rufes genötigt, Alkoholika und Wurfgeschosse der teilweise stark alkoholisierten Picknicker bereits vor der Halle zu beschlagnahmen.
Wie nicht anders zu erwarten, glänzte die Gruppe erneut durch sogenannten hammergeilen niveauvollen Dauersupport. Einziger Wehrmutstropfen war die feierliche Demontage des Zehlendorfer Capoturms, die zehn Minuten vor Spielende erfolgte. "Ein Skandal", schimpfte so auch der aufgebrachte Picknicker Basti, Sprecher und medizinischer Leiter der Gruppe, der Spandau generell für überbewertet hält und es in Erwägung zieht, eine entsprechende Kolumne zu verfassen, "von Wasserfreunden haben wir nichts anderes erwartet. Wir orientieren uns ohnehin eher an der polnischen Ultraszene."
Montag, 20. September 2004
Alter...
Ich bitte von weiteren Beileidsbekundungen abzusehen. Wer es bis jetzt nicht bemerkt hat, hat auch nichts verpasst.
Bilder folgen alsbald.
Sonntag, 5. September 2004
 Da wir alle dem Alter und seinen grässlichen Folgeerscheinungen mehr und mehr Tribut zollen müssen, habe ich mich gestern zu einer überfälligen und quasi revolutionären Maßnahme entschieden. Getreu dem alten römischen Motto "Alles neu macht der Mai" und auf wiederholtes, eindringliches Drängen verschiedenster Seiten gibt es jetzt unsere Lieblingsseite www.bourgeoisie.de nur noch - das heißt ganz ausschließlich - im wohl bekannten und bewährten großdruck-Format, das seit Jahrzehnten im Taschenbuch Scharen von sehschwachen Rentnern und Germanisten begeistert. Da nun niemand mehr die Ausrede anbringen kann, er könne seine eigenen Texte nicht lesen, darf sich auch jeder in Bälde rege am herbstlichen Großereignis, dem Autoren-Marathon beteiligen.
Ein Dankeschön an Jannis!
Donnerstag, 2. September 2004
Der Autoren-Marathon beginnt...Herbst 2004 - der lang erwartete Startschuss rückt näher.
Anschnallen, aufrecht hinsetzen, die Sektflasche köpfen, den Finger aus der Nase zerren und den Kopf in Denkerpose begeben, hier letzte, erfrischende und bewusstseinserweiternde Details erfahren. Macht Euch bereit, das Warten hat sich gelohnt (für wen auch immer), denn in Kürze geht es los mit dem ersten Text von Orhan Kücükyilmaz.
Und als ob das alles noch nicht genug wäre, gibt es zur Feier des Tages einen Brief von Oliver Krüger ohne Absender, ohne Adressat, ein Fundstück, irgendwo verlorgen gegangen in den Verwinkelungen und Irrwegen der eigenen Abgegrenztheit.
Freitag, 27. August 2004
Das Wunderbare ist doch, und das scheinen die international zusammen gewürfelten und stets unabhängigen und gänzlich überparteilichen Kampfrichter der umjubelten Weltdopingfestspiele nun auch endlich bemerkt zu haben, dass man Deutschland die auf sportlichem Wege erlangten Medaillen nichtumständlich und nervenaufreibend im Nachhinein aberkennen muss, wenn man sie Deutschland einfach von vornherein gar nicht erst zuerkennt. Das sorgt zwar im ersten Augenblick für einige Irritierung, dann aber sind doch alle ruhig und zufrieden, denn Deutschland und seine unerfreulichen Repräsentanten, und wenn es nur die blöden, naiven Sportler sind, die sich noch immer unverzagt und nimmermüde mit ihren internationalen Konkurrenten in fairen Wettkämpfen messen wollen, ganz offen, vorbehaltlos und unverblümt zu verabscheuen, ist hoffähig und wird allseits wohlwollend akzeptiert. Eine prima Lösung für alle ist das, so meine ich, die nur uneingeschränkt zu begrüßen ist, da sie uns viel Aufregung und Ärger erspart. Es ist aber auch wirklich langsam einmal an der Zeit, dass man es diesem ewigen Querulanten, diesem unharmonischen Ungetüm, dieser ignoranten Supermacht mit ihrer unverschämten Position mitten im sonst so idyllischen Europa einmal so richtig zeigt, denn sie hat es schließlich grundsätzlich verdient, kann es immer gut gebrauchen, ist es doch auch nicht anders gewohnt, als dass unentwegt und von allen Seiten auf sie eingeprügelt wird. Sport ist so eine wunderbare friedliche Sache, die den Menschen hilft, den tristen Alltag zu vergessen, hier gelten andere Gesetze, und gerade bei Olympischen Spielen zählen bekanntlich übergeordnete ehrenhafte Dinge wie der olympische Gedanke, der olympische Geist. Mitmachen, das weiß jeder, ist hier schon die halbe Miete, und gerade wir Deutschen sollten uns glücklich fühlen und endlich mit der gebotenen Zufriedenheit die edle Geste anerkennen, dass der Rest der Welt nach all den Jahren angestrengt und längst entnervt noch immer so tut, als würde man uns, den alten Stinker, der nicht tot zu bekommen ist und den keiner so recht leiden kann, im Konzert mitspielen lassen. Das Allerbeste kommt aber noch. Da wir selber uns ja auch nicht leiden können, nie leiden konnten, unser größtes Hobby es ist, den Kopf einzuziehen und das Rückgrat unter der Knute zu krümmen, finden wir Gefallen an dieser Situation, stellen uns in die allererste Reihe, denn wenn es darum geht, auf dieses grässliche verabscheuungswürdige Land einzuschlagen, wollen wir nicht hintanstehen, da wollen wir endlich einmal mitmachen, vorne dabei sein und uns von den anderen auf die Schulter klopfen lassen, denn auch wir wollen gerne anerkannt werden, auch wir mögen es, wenn uns einmal jemand in den Arm nimmt. Es tauchen Fragen auf? Es herrscht allgemeine Verwirrung? Die politische Korrektheit schreit laut und mürrisch aus ihrer Ecke, in die man sie wegen Ungehorsams und ständiger Störung des Unterrichts gestellt hat? Ganz richtig, ich kann Holland und den verlogenen bigotten Rest nicht so richtig gut leiden und im Übrigen war dieses grelle orange noch nie meine Lieblingsfarbe.
Dienstag, 24. August 2004
 Und da dachte ich immer, dass Deutschland das Land der Spitzenköche sei.
Mit Müsli gegen Atombomben ("Es wird gedopt auf Teufel komm raus - mit Epo, Anabolika und Wachstumshormonen. Unsere Leute sind chancenlos. In mir wächst das Gefühl, dass ich keine Lust mehr habe", sagt der deutsche Leichtathletik-Teamarzt Helmut Schreiber. DLV-Cheftrainer Bernd Schubert fordert ein "resoluteres Vorgehen gegen Leistungsbetrug".)
Kurz darauf ist mit dem weißrussischen Hochspringer Lesnitschij  ein weiterer Dopingfall bekannt geworden.
Wie wäre es, wenn Sportler, die sich über ein ganzes Wettkampfjahr nicht ein einziges Mal außerhalb des eigenen Landes auf Wettbewerben präsentieren oder wenigstens regelmäßig unabhängig kontrolliert werden, grundsätzlich von den Spielen ausgeschlossen würden? Dann gäbe es vergleichbares Theater wie beim (ehem.) russischen Olympiasieger (1999 und 2001 bereits des Dopings überführt) im Kugelstoßen (Bild rechts) nicht.
Zum Glück habe ich nun endlich eine Begründung gefunden, warum ich ständig diese weiten, aufwendigen und aufreibenden "Heim-"Reisen nach Berlin antreten muss. Eine gefährliche Einstiegsdroge.
Wer will mir eigentlich (außer Sebastian, der sich ja bereits bei der Internetrecherche lobenswert engagierte) bei meiner Seminararbeit zur Historischen Demographie behilflich sein? Nun habe ich zwar endlich nach wochenlanger Recherche, Suche, Kleinarbeit meine entsetzliche Studie zu den Oettinger Handwerkerlisten fertig, aber dann ist mir eingefallen, dass ich die eigentliche Arbeit noch schreiben muss.
|
 |
 |
 |
|
Kommentare